„Du wirst wiedergeboren werden!“
Wie eine drohende, dunkle Wolke der
Angst, die jeden rationellen Gedanken in sich aufsog schwebte dieser
Satz über Andrew und seine Gedärme verkrampften sich vor
Verzweifelung und einer Vorahnung auf etwas, welche das Symbol
seiner größten Ängste verkörperte.
„Du wirst wiedergeboren werden!“
Immer wieder schoss ihm dieser eine,
alles vernichtende Satz durch sein Gehirn und ließ seine Synopsen in
einem Taumel der Furcht explodieren. Ja, in Sicherheit hatte er sich
geglaubt, in einer Sicherheit die mit diesen Worten wie ein
Kartenhaus in sich zusammenfiel. Eine Karo Sieben purzelte über ein
Herz ASS und obenauf blieb der Trumpf liegen.
Eine hämisch grinsende Gestalt mit
einer karierten Narrenkappe, die Andrew die Worte :“Du wirst
Wiedergeboren...Du wirst wiedergeboren..“, entgegenhauchte und
dabei mit den Glöckchen der Narrenkappe bimmelte, bis er meinte den
Verstand zu verlieren.
Und genau das würde er.
Andrew schaute auf den Mann, der ihm
diese Hiobsbotschaft überbracht hatte. Einen Mann in einem Grauen
Anzug, grauer Krawatte und unscheinbar grauem Hemd. Einen Mann wie er
in seiner Laufbahn vielen begegnet war. Ja, vielen war er begegnet
und vielen hatte er beweisen können was er konnte, aber irgendwann
in seiner Laufbahn musste ihm ein Fehler unterlaufen sein, den er nun
ausbaden müssen würde. Doch so sehr er sich auch bemühte, er fand
ihn nicht... hmm vielleicht doch...
Da war doch diese bildhübsche Blondine
gewesen; die Tochter des Bosses, wie sich nachher herausstellte.
Mann, die war wirklich klasse gewesen, aber dann kam der Mann in
grauem Anzug, der ihn aufforderte die Finger von ihr zu lassen.
„Sie ist die Tochter des Chefs.“
,flüsterte er ihm in sein Ohr und Andrews Gesichtsfarbe passte sich
haargenau dem Hemd seines Gegenübers an. Natürlich hatte er die
Finger von ihr gelassen, ja einen riesigen Bogen hatte er gemacht und
alle Gedanken an sie aus seinem Hirn verbannt. Angeblich konnte der
Chef sogar die Gedanken seiner Mitarbeiter lesen.
„Warum ?“, würgte Andrew hervor
und der Graue zuckte mit den Schultern.
All diese Jahrzehnte der Marter und des
unendlichen Seelenschmerzes, aber er hatte sich daran gewöhnt und
konnte sich eine Existenz ohne gar nicht mehr Vorstellen. Nein er
würde vergehen, würde wahnsinnig werden, so wie es vielen vor ihm
ergangen war, die vor ihm aus dieser Daseinsform getreten und zu
einer Geißel der Menschheit geworden waren. Würde ihm das auch
passieren?
„Warum ?“,sagte der Graue,“ Weil
es so sein soll. Weil er es so will.“
Eine andere Wahl blieb ihm also nicht.
Und so setzte er den ersten Fuß durch
das Tor und als der zweite folgte, da wurde er wiedergeboren.
Wiedergeboren in einem sterblichen Körper.
Die Hölle hatte einen Bewohner
weniger.