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Der verlorene Regentropfen

Es war einmal, als die Regentropfen sogar noch reden konnten, also vor vielen, vielen Jahren, an einen schönen, heißen Sommertag. Die Sonne schien den ganzen Tag vom blauen Himmel und die Menschen waren glücklich. Die Kinder spielten im Sand oder auf den Wiesen und auch die Tiere fühlten sich wohl, nur die Blumen hatten großen Durst.
Die Sonne schien heute so heiß, dass sie sogar ihre Köpfchen von ihr wegdrehten um nicht alle Feuchtigkeit zu verlieren.
Das bemerkte auch der Wind, der es heute gar nicht eilig hatte.
Träge war er durch die Straßen geweht, auch ihn machte die Hitze so richtig müde. Als er nun aus der Stadt heraus war und die würzige Landluft schnupperte, wurde er wieder etwas munterer und er wehte fröhlich über die Felder und Wiesen.
Aber hey, was ist das? Er wunderte sich sehr, als er sah, dass viele Blumen, die er alle kannte, müde ihre Köpfchen hängen ließen.
Sofort hielt er an und fragte die kleine Butterblume warum sie so traurig sei? "Ach, sagte diese, wir Blumen haben alle großen Durst, die Sonne brennt so heiß und alles Wasser ist verdunstet"!
Der Wind fragte auch noch die anderen Blumen, die Aurikel und das Gänseblümchen, den Ehrenpreis und das Knabenkraut, das Veilchen und die Sumpfdotterblume, er fragte auch die Rose und die Tulpe, aber alle hatten nur großen Durst.
Sie sagten " Wenn wir bis heute Abend kein Wasser bekommen müssen wir alle sterben und die Menschen werden keine Freude mehr an ihren Gärten, Wiesen und Feldern haben"!
Der Wind überlegte wie er ihnen helfen könnte?
Da fielen ihm seine Freunde, die Wolken ein. Sofort machte er sich auf den weiten Weg, bis hinter den Horizont! Ja, da lagen sie faul herum, dick aufgeblasen und voller nasser Regentropfen.
Der Wind wurde richtig ärgerlich als er diese "faule Bande" sah, hey rief er aufgewacht, ich werde euch Beine machen, ihr liegt hier faul herum und die Blumen warten auf euren Regen, los, macht euch auf den Weg. Er blies plötzlich so heftig, dass die Wolken immer schneller wurden, der Wind zeigte ihnen die Richtung. Es dauerte nicht lange, da sagten die Menschen, "Es zieht ein Gewitter auf, seht einmal die vielen Wolken die hierher ziehen"! Sie gingen in ihre Häuser und standen hinter den Fenstern um dem Regen zu zusehen.
Oben, in den Wolken, tat sich auch allerhand, die Regentropfen mussten zuerst geordnet werden, zuerst springen die mittelkleinen Tropfen aus den Wolken, danach springen die großen Tropfen und zum Schluss die ganz kleinen, so war es üblich! Aber ein Regentropfen, von denen die zuerst springen sollten, hielt sich am Rand einer Wolke fest. "Nun spring doch endlich, riefen die anderen Tropfen, die Blumen warten auf dich"! Doch der kleine Tropfen hielt sich nur um so fester, krampfhaft klammerte er sich an der Wolke fest. Jetzt sprangen schon die großen Tropfen. Das war ein Rauschen und Spritzen.
Wenn sie die Erde erreicht hatten, sammelten sie sich in große Pfützen und liefen dann in kleinen Bächen die Wege entlang, bis sie in einen Gulli verschwanden. Hier unten, wo es dunkel und feucht war, flossen sie als Bach in einen See. Der Wind hob sie dann am anderen Morgen, als Nebel empor und sie alle trafen sich dann wieder in einer großen Wolke.
Es gab immer ein großes Gelächter und Gekicher, denn alle hatten etwas zu erzählen.
Nur der kleine, ängstlichey Regentropfen hatte sich so lange an der Wolke festgehalten, bis ihn über dem Meer die Kräfte verließen und er ins Wasser stürzte... niemand hat ihn je wieder gesehen!


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