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Der Kormoran

Mein Name ist Phil Benson, Interpol Agent. Der Fall der mir übertragen wurde war gefährlich. Wenn es Sie interessiert... lesen Sie bitte weiter.

Der Kormoran - Der Kormoran ist ein Fisch fressender Schwimmvogel, der meist in Japan gefangen und zum Fischfangen abgerichtet wird. Dem Vogel wird ein Ring um den Hals gelegt, damit er die gefangenen Fische nicht hinunter schlucken kann. Eine dünne Schnur um sein Bein verhindert seine Flucht. Wenn er Fische gefangen hat, wird er an Bord des Bootes gezogen, wo er seine Beute ausspeit. Diese Arbeit muss er so lange verrichten, bis der Mann im Boot genug hat, danach bekommt der Vogel, nachdem ihm der Halsring abgenommen wurde, ebenfalls seinen Anteil.

Norwegen, Trondheim! Bill Connors, der Besitzer eines kleineren Kühlschiffes, blickt auf die Uhr, verdammt, wo bleibt die "Kormoran II", sein Schiff? Es ist seit Stunden überfällig.
Sein Kapitän 'Pit Joonkers' ist vor vier Tagen raus gefahren, zum "Nachtfischen"! Wo bleibt der Kerl?
Plötzlich klingelt sein Handy. "Ja"? "Hier Pit, wir kommen in zwei Stunden rein"!
Erleichtert steckt Connors sein Handy wieder ein.
New York! In unserer Zentrale ist der Teufel los, es ist wieder eine Tonne Rauschgift gefunden worden. Ja der Fund ist prima, aber hierbei handelt es sich um ein neues, chemisches Kokain mit einer verheerenden Wirkung. Es sieht aus wie Kokain und es schmeckt auch so, aber die Folgen sind furchtbar.
Es gab bisher auch keine Hinweise oder Spuren.
Ein Schiff im Hafen hatte einen Kühldefekt gemeldet und brauchte dringend einen Monteur. Der eigentliche Monteur an Bord, war von einer Sauftour noch nicht an Bord zurück. So musste man sich an einen Betrieb in der Stadt wenden. Der Monteur kam, meldete sich beim Kapitän und in Begleitung eines Matrosen wurde er in den Kühlraum geführt. Der Matrose ließ ihn allein und der Mann hatte den Schaden bald behoben.
Als er den Kühlraum verlassen wollte, sah er einen halboffenen, größeren Karton, er sah hinein, er war voller Lachse.
Einen nahm er heraus und packte ihn in seine Werkzeug Tasche.
Ein Lachs, das merkt schon keiner und er hatte morgen ein feines Essen.
Beim Kapitän auf der Brücke meldete er die erfolgreiche Reparatur, ließ sich seinen Arbeitsauftrag quittieren, steckte die Durchschrift ein und verließ das Schiff.
Der Name des Schiffes war "Kormoran", es fuhr unter norwegischer Flagge.
Der Monteur, sein Name war Mc. Pusin legte den Lachs in seinen Kühlschrank, er freute sich auf seine Mahlzeit, morgen gibt es Lachs satt!
An Bord der Kormoran, betrat der erste Steuermann, Gunnar Thorn den Kühlraum, er wollte den Karton schließen, aus dem er vorher einen Lachs zur Probe entnommen hatte und sah jetzt, dass dieser Lachs, der blau gekennzeichnet war, nicht mehr im Karton lag.
Nein, von der Mannschaft ging keiner unaufgefordert in den Kühlraum, es kam nur der Monteur in Frage. Er sprach sofort mit dem Kapitän, der gab ihm den Arbeitsauftrag des Monteurs.
Ein Anruf bei der Reparatur Firma genügte um Namen und Adresse des Mannes zu bekommen.
Er ließ ein Taxi zum Schiff kommen, zwei Blocks vor der angegebenen Adresse stieg er aus und ging zu Fuß weiter. Es war ein etwas herunter gekommenes Haus, im zweiten Stock läutete er an der Tür Mc. Pursin, es wurde sofort geöffnet.
Mc. Pursin war überrascht, den Mann hatte er auf dem Schiff gesehen, der Fremde fragte nur "Wo ist er"?
Jetzt dämmerte es bei ihm und er rief "Was, Sie kommen nur wegen dem Lachs zu mir"? Wütend ging er zum Kühlschrank, zog den Lachs heraus, "Hier, nehmen Sie ihn mit"!
Thorn öffnete seine Tasche, griff hinein... dann sah Mc. Pursin in den Lauf eines Revolvers mit Schalldämpfer, ehe er etwas sagen konnte war er tot.
Thorn nahm den Lachs, steckte ihn in seine Tasche und verließ die Wohnung, er hatte dort nichts berührt, er lief wieder zwei Blocks zurück und ließ sich dann wieder zum Schiff fahren.
Den bereits angetauten Lachs brachte er zur Kühlung, schnitt den Kopf des Fisches ab und zog eine Plastik Röhre aus dem Köper.
Dann schnitt er den Lachs in grobe Stücke und warf sie unbemerkt über Bord.
Die Röhre versteckte er in seiner Koje.
Wir wurden abends in die Wohnung Purins gerufen, der Nachbar hörte ein andauerndes surrendes Geräusch aus der Wohnung, er verständigte den Hausmeister, der nach längerem, vergeblichem Läuten, die Tür öffnete und den Toten Mc. Pursin fand.
Das surrende Geräusch hatte, der noch immer offene Kühlschrank verursacht. So kamen wir ins Spiel!
Ich fuhr nach Brooklyn, unsere Beamten vor Ort, hatten schon versucht Spuren zu sichern, aber es gab keine.
Mich interessierte der offene Kühlschrank, etwas Blut machte mich stutzig, es war sehr wenig, aber ich ließ es ins Labor bringen.
Kurz darauf rief mich der alte Doc Gellert persönlich an, "Hallo Phil, es handelt sich um Fischblut, genauer gesagt Lachsblut."!
Lachsblut? Im Kühlschrank gab es keinen Lachs!
Der auf dem Tisch liegende Arbeitszettel des Toten weckte mein Interesse. Er hatte also heute an Bord der Kormoran, die Kühlung repariert. Na ja, vielleicht eine kleine Spur!
Ich fuhr zum Hafen, beim Hafenmeister erfuhr ich wo die ‚Kormoran‘ lag. Es war ein etwas schmuddeliges Schiff, nicht sehr groß, ich betrat die schmale Gangway, "Hallo, Hallo, darf ich an Bord kommen"?
Ein uniformierter Seemann rief "Wer sind Sie"? Ich zeigte meinen Dienstausweis und sagte dass ich den Kapitän sprechen muss.
"Kommen Sie rauf"!
Der Kapitän stand an Deck und sah mich fragend an, ich klärte ihn kurz auf und sagte dann, dass ich mir einmal den Kühlraum ansehen möchte, dort, wo der Monteur gearbeitet hat.
Der Seemann der mich an Bord gelassen hatte -wie sich herausstellte, der erste Steuermann, begleitete mich. Er war wortkarg. Ich sehe mich hier um, "Was ist in den großen Kartons"?
Er sagte: „Nur tiefgekühlter Lachs"!
"Bitte öffnen Sie zwei Kartons"!
Er sah mich überrascht an! "Öffnen"? "Ja, einfach öffnen"!
Widerstrebend öffnete er zwei Kartons.
Im Ersten waren die Lachse bis zum Rand voll eingelegt, aber im Zweiten entdeckte ich eine Lücke, hier fehlte ein Lachs!
Ich sagte: "Öffnen Sie noch zwei andere Kartons"!
Er tat es, auch hier waren die Lachse bis zum Rand voll eingelegt.
Ich zeigte auf den Karton der mir aufgefallen war: „Hier fehlt doch etwas"?
Der Steuermann sah mich bedeppert an, dann ging er plötzlich zur Tür, sprang hinaus und verriegelte die Tür hinter sich.
Hoppla, da saß ich aber ganz schön in der Tinte, hier war es bitter kalt. Mit klammen Fingern suchte ich nach meinem Handy, endlich.
Meine Kollegen waren sehr schnell vor Ort, als sich die Tür öffnete, sahen sie einen "Väterchen Frost" vor sich.
Warme Decken und heiße Getränke brachten mich wieder auf die Beine.
Der Steuermann war verschwunden, die Kartons, es waren 100 Stück, wurden beschlagnahmt und in unsere Zentrale gebracht. Die Untersuchungen ergaben, je Karton 50 Lachse, in jedem Lachs eine Röhre mit 50 Gramm Kokain, das ergab: 2,5 Kg. Alles zusammen, 5000 Lachse und 250 Kg. "Stoff".
Das hatte sich gelohnt.
Die Fahndung nach dem verschwundenen Steuermann lief an.
Mein Vorgesetzter, Mister Henderson, spannte mich wieder ein, „flieg rüber nach Norwegen, die Ladung stammt aus Trondheim. Aber woher hatten die das Kokain?“
In Trondheim sah ich mich erst einmal um, kleine bunte Häuser, Hafenkneipen. In Hafenkneipen kann man manchmal viel erfahren, der Keeper sprach englisch und so konnte ich erfahren, dass es hier nur ein Schiff gab, welches regelmäßig nach Finnland fuhr, es hatte russische Matrosen, die mächtig saufen konnten, der Kapitän heißt Bill Connors, ein Amerikaner, eigentlich müsste der Kahn morgen wieder festmachen.
Ich ließ mich halbvoll laufen, suchte mir ein Quartier und schlief bis weit in den Morgen. Hatte Schwierigkeiten beim Aufstehen, ich sollte nicht so viel trinken!
Abends ging ich wieder in die Kneipe, an einigen Tischen saßen Matrosen, der Sprache nach waren es Russen. Ein großer, vierschrötiger Kerl sprach englisch.
Ich saß in einer Ecke und beobachtete alles genau.
Nach etwa zwei Stunden betrat ein Mann die Kneipe und steuerte sofort auf den Tisch zu, an dem große Kerl saß.
Wie sich später herausstellte, war es Mister Thorn, der Steuermann der "Kormoran".
Sie begrüßten sich und bestellten eine Flasche Whisky
Ich wollte mich auf keinen Fall vor Thorn zeigen, konnte aber auch vom Gespräch nichts verstehen. Nach zwei Stunden war die Flasche leer und er verabschiedete sich... also bis nächste Woche in New York.
Die russischen Seeleute waren schon ganz schön abgefüllt, sie begannen zu singen, von "Mütterchen Russland", vom "Don" und von der "Wolga".
Ich stand auf und holte mir eine Flasche Whisky, mit ihr setzte ich mich -wie unbeabsichtigt- an den Tisch des Amerikaners.
Er glotzte mich etwas blöd an, als er aber sah, dass ich sein leeres Glas füllte, grinste er etwas freundlich. Ich sagte auf Englisch: " Schütts rein Kumpel"! Und er schüttete!
Als wir später Arm in Arm zu seinem Schiff torkelten, ich hatte eine kleine Kajüte bekommen und freie Fahrt nach Finnland, grölten wir zotige Seemannslieder.
Ich verbrachte den ersten Tag in meiner Kajüte, während der Kapitän draußen herum brüllte. Erst am Abend ging ich an Deck.
Als der Kapitän mich sah, wollte er wissen, wer ich sei. Er konnte sich nicht erinnern, aber da ich schon mal da war, durfte ich an seinem Tischplatz nehmen und mit ihm speisen.
Er wollte wissen, was ich in Finnland mache und ich sagte nur dass es sich dabei um viel Geld handelt.
Er sah mich von der Seite an... "Geschäfte mit viel Geld kann ich dir auch vermitteln"!
Ich tat neugierig, "Um was für ein Geschäft würde es sich denn handeln"? Erst wollte er nicht darüber reden, dann aber sagte er: „Für 100.000 Dollar könnte er mir ein Geschäft vorschlagen, bei dem ich 300% verdienen kann"!
Ich sagte: „Das kann sich doch nur um Rauschgift handeln"!
Er nickte! "Ich kann dir reines russisches Kokain besorgen, für 100.000 Dollar Cash, wären es 50 Kilo"!
Ich sagte: „Du bist gut, wie soll ich denn das Kokain in die Staaten bringen"?
"Lass mich nur machen, aber hast du so viel Geld dabei"?
"Natürlich habe ich es nicht bei mir, aber ich kann es kurzfristig besorgen"!
Er nickte wieder. "Okay, dann geht das Geschäft übermorgen über die Bühne"!
Das Schiff mit dem wir unterwegs waren, hieß Kormoran II, es war genauso gebaut, wie die Kormoran in New York.
In Finnland nehmen wir nur Kartons mit russischer Aufschrift an Bord, je gefüllt mit 50 Lachsen, alles wurde im Kühlraum verstaut.
Mein erster Weg führte mich aber zur "Finlandia-Bank -Skandinavia", von dort führte ich ein langes Gespräch mit meinem Boss, Mister Henderson, der ordnete eine sofortige Geldüberweisung, in Höhe von 100.000 Dollar, an mich an.
Am Nachmittag begleitete mich Connors zur Bank, als er das Geld sah, war er total aufgekratzt. "Ich habe bereits den Stoff an Bord, das Geld kannst du mir gleich geben"!
Ich sagte: „Nein mein Freund, erst will ich sehen, mit wem ich hier Geschäfte mache, du bist doch nur der Vermittler"!
Er wollte erst nicht darauf eingehen, als ich jedoch hart blieb, gab er nach. Mit einem Taxy fuhren wir etwa eine Stunde, um dann vor einem kleineren, verkommenen Fabrikgebäude zu stoppen, -Chemikali- Gym URS-!
Aus einem hohen Schornstein quoll grauer Rauch, es roch streng nach Chemie.
Connors war hier bekannt, er führte mich gleich in einen großen Raum, der allerdings leer war. Hier sollte ich auf ihn warten.
Nach kurzer Zeit kam er mit zwei Herren zurück, beide elegant gekleidet, Anzug und Krawatte.
Sie stellten sich als "Orlowsky und Dombeder" vor. Ihr Englisch war tadellos und sie wollten wissen, ob ich jetzt in regelmäßigen Abständen, Abnehmer sein werde.
Ich sagte: „Es kommt auf die Qualität an, da ich zum ersten Mal kaufe, kenne ich die Qualität noch nicht"!
Orlowsky zog aus seiner Tasche ein Plastikröhrchen hervor, öffnete es und schüttete ein weißes Pulver in seine Hand
"Das ist erste Qualität, hier nehmen Sie eine kleine Probe"!
Ich nahm vorsichtig einen winzigen Teil davon, kostete etwas, ja, es war vorzügliche Ware.
Orlowsky sagte: „Es sind heute 50 Kilo Stoff an Bord der Kormoran gebracht worden, verpackt in Lachskörper, in 50 Kartons zu je 50 Stück"!
Dann sah er mich an," Wir bekommen von ihnen 50.000 Dollar"!
Ich sah zu Connors, er blickte starr zu Boden.
"Ja", sagte ich, entnahm meiner Tasche 50.000 Dollar und legte das Geld in die Hand von Orlowsky, der verstaute es in seiner Tasche.
Man führte uns in einen kleinen Nebenraum, gemütlich eingerichtet, eine Flasche Wodka wurde geöffnet, vier Wassergläser vollgegossen und auf das Geschäft angestoßen.
Als wir wieder im Taxi saßen, sagte Connors: „Hör mal, das mit den 100.000 Dollar musst du verstehen, ich will ja auch an dem Geschäft etwas verdienen"!
"Klar, aber du musst mich auch verstehen, ich gebe dir 5000 Dollar für deine Vermittlung"!
Seltsamer Weise ging er sofort darauf ein.
Ich zählte 5000 Dollar in seine Hand, er grinste mich an und ich konnte dabei seine Gedanken lesen... "der Kerl hat noch 45.000 Dollar bei sich und er schläft auf meinem Schiff".
Kurz gesagt, Connors schlich in meine Kajüte, griff nach meiner Tasche und ich schlug ihm meinen schweren Revolver über den Schädel, fessele und knebele ihn und lege ihn hinter meine Koje.
Da die Mannschaft nicht wusste, wo der Kapitän ist, übernahm einer der alten Matrosen das Ruder und wir fuhren zurück nach Trondheim.
Ich verständigte sofort die Polizei, die Connors vom Schiff brachte.
Die Kormoran II fuhr am Abend, mit neuem Kapitän hinaus aufs Meer, zum Treffen mit der "Kormoran", hier wurde die Ladung übernommen und nach New York gebracht, deklariert als frischer, tief gefrorener, russischer Lachs.
Die Lachse waren bestimmt für große Supermärkte, die von dem Schmuggel nichts wussten. Nachdem das Kokain entnommen wurde, konnte man nichts Außergewöhnliches an den Fischen mehr feststellen.
Nach dem die Lachse den Zoll passiert hatten, wurden sie in eine große Lagerhalle gebracht und mit Spezialzangen von den Plastik Röhren entfernt. Das geschah innerhalb kurzer Zeit, danach wurden sie sofort ausgeliefert.
Der "Stoff" wurde umgepackt und an mehrere Adressen geliefert.
"Meine" 50 Kilo hatte man separat gelagert.
Wie groß war plötzlich mein Erstaunen, als Mister Thorn, der Steuermann der Kormoran, in der Halle auftauchte.
Als er mich sah, zog er sofort seine Waffe, ich schoss zuerst, ja, wir haben eben eine gute Ausbildung.
Die Mitarbeiter in der Halle hielten sich raus. Die Polizei nahm Thorn mit, der Stoff wurde beschlagnahmt, "mein Stoff" auch.
Interpol NY setzte sich mit Interpol Rus in Verbindung, das Chemie Werk wurde gestürmt, alle wurden verhaftet.
Connors wurde von Norwegen an uns ausgeliefert und verbüßt eine lebenslange Haftstrafe.
Ich bekomme wieder einen neuen Fall, unsere Arbeit ist mit Kriminalfilmen nicht zu vergleichen! Der Kormoran.


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