Bild von Joana

5.Die blaue Mondblume, Weltraummärchen

Die blaue Mondblume

„Kinder, wir fahren am Rückweg vom
Einkaufen in der Bibliothek vorbei, wir haben Bücher zum zurückgeben und neue
auszuleihen.“

„Ja fein, da sehen wir ja Sternchen
wieder!“

Die Kinder freuen sich sehr auf Frl.
Stern, die sie ins Herz geschlossen haben, besonders nach dem Abenteuer
auf Omega gemeinsam mit Tim und Tom.

In der Bibliothek gingen sie unwillkürlich
auf Zehenspitzen, weil es da so ruhig war, dass man eine Stecknadel fallen
hören könnte.

Fräulein Stern saß hinter ihrem Pult, trug
ihre Augengläser ganz vorne auf der Nasenspitze und blickte in ihren Computer.

„Guten Tag Sternchen!“ Riefen Hans und
Lisa gleichzeitig.

„Wie Tim und Tom seid ihr, die sprechen
auch immer gleichzeitig!“ Lachend nahm Fräulein Stern ihre Augengläser in die
Hand.

„Guten Tag, Tante Monika und ihr Beiden,
was kann ich heute für euch tun?“

„Wir haben hier drei Bücher, die wir schon
gelesen haben. Und wir suchen uns neue aus.“

Tante Monika legte die Bücher und ihren
Bibliotheksausweis auf das Pult und nahm aus ihrem Korb ein zusammengefaltetes,
kariertes Küchenhandtuch heraus.

„Sternchen, da habe ich für Sie ein Stück Kuchen mitgebracht, frisch aus dem
Ofen.“

Sie zwinkerte Fräulein Stern zu und legte
den Kuchen auf das Pult neben die Bücher.

„Oh, danke vielmals! Es gibt ein neues
Buch mit Tim und Tom, es heißt: DIE BLAUE MONDBLUME“

„Auf dem Mond gibt es Blumen?“ Lisa
schaute ganz erstaunt.

„Ich weiß es nicht, Lisa. Du musst eben
das Buch lesen, “ lachte Sternchen.

„Ja, Tante Monika, das leihen wir uns aus,
das will ich lesen.“

Sie gingen gemeinsam mit Sternchen die
Treppe hinauf, wo die Abteilung „Astronomie“ war. Dort standen in einer Reihe
die Bücher von Tim und Tom.

„Da ist es ja, schau Tante Monika!“

Lisa nahm das Buch zur Hand und blätterte
sofort darin. Sie hielt es schräg in der Hand und merkte plötzlich, dass ein
blaues Blütenblatt herunterfiel, wollte sich bücken und da merkte sie wie aus
dem Buch silberner Sternenstaub herausfiel und sie alle vier einhüllte.

„Tim, Tom, lasst das! Wir haben heute
keine Zeit!“ Rief Tante Monika, die sofort erfasst hatte, welche Folgen das
haben wird. Aber es war schon zu spät. Durch den Sternenstaub verursacht, waren
sie schon wieder in silberne Anzüge gekleidet und neben dem Regal öffnete sich
das Weltentor und die Arme von Tim und Tom streckten sich ihnen entgegen.

Da Lisa und Klaus bereits drüben waren, musste
Tante Monika folgen und da Sternchen ihre Augengläser in der Hand hielt und gar
nichts sehen konnte, schritt sie automatisch hinter Tante Monika her.

„Willkommen an Bord, wir freuen uns. Sei
ruhig Omega!“

Omega der kleine Hund sprang ganz
aufgeregt an Tante Monika hoch und roch an dem Korb, den sie mit hatte. Er roch
so wunderbar nach Wurst und Speck.

„Oh, ihr habt ja das neue Buch über unser
Abenteuer mit der blauen Mondblume mitgebracht. Ach, das ist eine aufregende
Sache! Aber die Angelegenheit ist noch immer nicht wirklich erledigt.“

„Nein?“
Lisa und Klaus schauten ganz neugierig und Tante Monika setzte sich in
einen der freien Stühle.

„Die Mondblume ist nach wie vor
verschwunden und wir suchen sie noch immer.“

„Ich habe noch nie etwas von der Mondblume
gehört, wo wächst denn die Mondblume?“ Lisa wurde immer neugieriger.

Da sprang nun Sternchen mit ihrem Wissen
ein.

„Ich habe darüber gelesen. Die Mondblume
wächst überall dort, wo es Liebe gibt, wo die Menschen träumen. Im Unterschied
zu den anderen Pflanzen produziert die
Mondblume keine Samen, sondern sie entsteht einfach. Man kann sie auch nicht
pflücken, oder wegtragen. Sie löst sich
dann in wenigen Minuten einfach auf. Man darf sie nur ansehen und ihren
betörenden Duft genießen. Aber wenn sie verschwunden ist, dann werden die
Menschen nie wieder glücklich, die sie einmal gesehen haben. Sie kann man nicht
mit normalem Wasser gießen, sie wird nur mit Tau gegossen, den man mit einem
weißen Tuch von der Wiese aufnehmen muss und dann über den Blumen auswinden.“

Tim und Tom nicken zustimmend.

„Oh Sternchen, was du alles weißt. Ja es
ist richtig, so empfindlich ist die Mondblume. Es gibt nicht viele von ihr auf
der Erde, weil die Menschen zu wenig Geduld haben. Sie braucht zu lange zum
wachsen, sie öffnet das erste Mal ihre Blüten in einer Vollmondnacht. Und nun
hat der mächtige Xenos von einer entfernten eiskalten Galaxie, wahrscheinlich
alle Mondblumen mit seiner eisigen Hand gepflückt und sie sofort in Eiswürfel
gesperrt, damit sie sich nicht auflösen können. Da kann er zwar ihren Duft
nicht wahrnehmen, aber ansehen kann er sie. Wir haben nun den Auftrag vom Mann
im Mond bekommen, die Mondblumen wieder zu finden und ihm zu bringen. Er wird
sie dann in einer Vollmondnacht wieder ausstreuen.“

„Oh und wie wollt ihr ihn finden, den
mächtigen Xenos in seiner eisigen Galaxie?“ Fragte Tante Monika.

„Naja, er hat eine verräterische
Gewohnheit. Wenn er was Böses getan hat, dann freut er sich so, dass er immer
wieder lautes triumphierendes Lachen
ausstößt und das hört man im ganzen Weltraum. Wenn er das nächste Mal laut
lacht, werden wir den Schall zurückverfolgen und wenn wir dann seine Galaxie
gefunden haben, müssen wir versuchen, ihm die Eiswürfel mit den Mondblumen
wegzunehmen.“ Tim und Tom schilderten das so drastisch, dass Lisa und Klaus mit
offenem Mund zuhörten.

In diesem Moment hörten sie auch schon,
wie fernes Donnergrollen, den mächtigen Xenos lachen.

Omega der kleine Hund winselte sofort vor
Schreck und verkroch sich unter dem Sessel von Tante Monika. Tante Monika
umklammerte erschrocken den Korb in ihrem Schoß und Lisa und Klaus umarmten
sich. Fräulein Stern wurde blass wie eine Nebelwand und schloss die Augen.

Nur Tim und Tom blieben ruhig. Sie hatten
das schon des Öfteren gehört und es erschreckte sie daher nicht.

Ganz im Gegenteil, sie waren froh darüber,
denn nun konnten die Instrumente am Schaltpult genau die Richtung angeben,
woher dieses Donnergrollen kam.

„Von drei Uhr, da vorne rechts kam es. Wir
müssen jetzt nur die Milchstraße bis an die Krümmung fliegen und dann in den
Andromedar-Nebel einschwenken und dann immer geradeaus!“ Rief Tim, oder war es
Tom?

„Bitte schnallt euch an, wir werden jetzt
die Höchstgeschwindigkeit nehmen!“

Sie saßen nun alle in die Sessel
gepresst, angeschnallt und hatten alle
ihre Helme auf, sogar Omega kam in seinen kleinen Käfig, der am Boden
angeschraubt war und hatte einen kleinen Helm auf. Man hätte fast lächeln
können, wenn die Situation nicht so angespannt wäre.

Das Sichtfenster vorne war bis auf einen
kleinen Sehschlitz abgedeckt, der Raum verdunkelt und ab ging es, mit großer
Geschwindigkeit in die Tiefe des Weltraumes.

Sie wussten alle nicht, wie lange sie
schon geflogen waren, aber es schien ihnen schon sehr lange zu dauern.
Plötzlich drosselten Tim und Tom die Geschwindigkeit und das Raumschiff glitt
nur mehr lautlos dahin.

Tim und Tom öffneten wieder die vordere
Abdeckung des Sichtfensters und so konnten sie
hinaus sehen in eine ruhige dunkle Sternennacht. Die Sterne glitten an
ihnen vorbei und nur hin und wieder flog auch eine Sternschnuppe in die
Dunkelheit. In einiger Entfernung sahen sie eine große Menge von Planeten,
eingehüllt in einen weißen Nebel, von glitzernden Eiskristallen umgeben.

„Tante Monika schau, wir sind da.
Sternchen schläfst du?“ Tim rüttelte Sternchen an der Schulter. Diese war
tatsächlich eingeschlafen und öffnete nun langsam die Augen. Sie waren
noch vom Schlaf umwölkt. Schlagartig
fiel ihr wieder alles ein und sie riss die Augen vor Schreck auf.

„Sind wir wirklich schon da?“ Ihre Stimme
war belegt.

„Ja, wir sind da. Seid aber nicht zu laut,
denn Xenos überwacht den Weltraum in seiner Nähe und vernichtet sofort alles,
was er nicht kennt.“

Alle nickten und Tante Monika ging nach
vorne zu Tim und Tom.

„Also, jetzt sind wir da. Was machen wir
aber nun?“

„Wir wissen es auch nicht, Tante Monika.
Aber wir wollen die Mondblumen aus seinem Palast holen. Hast du keine Idee?“

Tante Monika dachte einige Augenblicke
nach.

„Welche Farbe haben die Mondblumen?“

Tim und Tom sagten beide gleichzeitig:

„Blau, sie sind blau, wie das Mondlicht.“

Tante Monika nahm aus ihrem Korb ein
kleines rosafarbenes Taschentuch und faltete es so, dass es zwischen ihrem
Daumen und Zeigefinger wie eine Blume aussah.

„Könnt ihr Kontakt aufnehmen mit Xenos?“

Tim und Tom nickten.

„Wir rufen Pagomenia, wir rufen
Xenos!“

Tim sagt zu Tom: „Er antwortet, ich öffne
den Kanal!“

„Hier ist Xenos, was wollt ihr? Ihr seid
es? Tim und Tom? Ich erwarte euch nicht!“

„Ja, hier ist Tim und Tom und Tante Monika
vom Planet Erde.“

„Tante Monika? Planet Erde? Kenne ich
nicht.“

„Doch, du kennst den Planet Erde. Du warst
in einer der letzten frostigen Tage auf der Erde und hast die blauen Mondblumen mitgenommen,
wir brauchen sie wieder!“

„Die Mondblumen gehören jetzt mir. Ihr
könnt ja neue anbauen. Ich habe hier ja überhaupt keine Blumen.“

„Das geht nicht, Xenos. Man kann
Mondblumen nicht anbauen. Es gibt nur wenige Menschen, bei denen sie gedeihen
und sie entstehen nur, wenn die Menschen reinen Herzens sind und nicht traurig.
Aber nun sind alle traurig.“

Ein Murmeln und Brummen kam durch den
Lautsprecher.

„Bist du noch da, Xenos?“ Tante Monikas
Stimme war sehr laut und alle schauten sie an.

„Ja, bin noch da!“ Brummte Xenos und man
hörte heraus, dass er ein wenig ratlos war.

„Du darfst ja eine Mondblume behalten, und
ich bringe dir auch noch andere Blumen mit, eine rosa Blume und Eisblumen. Die
anderen Mondblumen musst du aber zurückgeben. Darf ich zur dir hinunter kommen?
“

Tante Monika hielt ihre Hand in die Höhe,
damit es Tim, Tom, Sternchen und die Kinder sehen konnte. Sie hatte noch immer
das rosa Tüchlein gefaltet zwischen Daumen und Zeigefinger.

„Was sind Eisblumen?“ Die Stimme von Xenos war plötzlich leise und
neugierig.

„Wenn ich zu dir kommen darf, dann zeige
ich sie dir!“ Tante Monika zwinkerte den anderen zu.

„Naja, also gut! Aber nur du, sonst
niemand!“

„Ja, geht in Ordnung!“ Tante Monika wäre
fast vor lauter Freude in die Höhe gesprungen.

Tim und Tom landeten nun langsam und
vorsichtig auf einer der großen Eisschollen vor dem großen weißen Turm, der
weit in den Himmel ragte und Tante Monika stieg die ausgefahrene Treppe
hinunter. Es war so bitter kalt, dass die Treppen sofort einfroren und Tante
Monika sehr vorsichtig einen Schritt vor den anderen setzte.

Aus dem weit geöffneten Tor des Turmes kam
ein Schlitten gefahren, gezogen von vier Seehunden und Tante Monika stieg
schnell ein. Sie wickelte sofort die warme Decke, die drinnen lag um ihre
Beine, ihr war sehr kalt.

Die Seehunde fuhren mit ihr in den Turm
hinein und das Tor hinter ihr wurde
geschlossen.

„Oh, Tim und Tom, hoffentlich kommt sie
wieder?“ Lisa und Klaus sahen sehr besorgt aus und auch Sternchen ging unruhige
im Raumschiff hin und her.

Unterdessen war Tante Monika in der großen
runden Halle des Turmes eingetroffen und
wurde von Xenos persönlich begrüßt.

„Wo sind nun die rosa Blumen und die
Eisblumen?“ Er kam sofort zur Sache.

„Zuerst möchte ich die Mondblumen sehen,
dann sehen wir weiter!“ Sagte Tante Monika mit fester Stimme.

Nun, wo sie Xenos gegenüber stand, stellte
sie fest, dass er gar nicht so böse zu sein schien, wie alle sagten. Er war
halt ein sehr großer Mann, mit mächtigem Bart und in dicke weiße Bärenfelle
gekleidet. Doch seine Augen schauten irgendwie lustig unter den dichten
Augenbrauen hervor. Auf jeden Fall aber war er Respekt einflößend.

„Sie sind in meinem Arbeitszimmer, die
Treppe nach oben!“ Er machte sogar so etwas wie eine kleine Verbeugung und ließ
Tante Monika vorgehen.

Während sie sich mit Xenos unterhielt,
liefen dauernd kleine weiß gekleidete Männchen um sie herum und betrachteten
sie neugierig.

„Wer sind denn diese Männchen?“ Fragte
Tante Monika.

„Haha, das ist meine Leibgarde, schauen
doch lustig aus, oder?“ Er lachte schallend und war sicher wieder im ganzen
Weltraum zu hören, „ich brauche eigentlich gar keine Leibgarde, wer soll mir
schon was tun? Hahaha!“ Und er lachte wieder.

Als sie den Arbeitsraum betraten blieb
Tante Monika ganz erstaunt an der Türe stehen. Er war rundherum mit Regalen
ausgestattet und da befanden sich eingegossen in große Eiswürfel, die
unterschiedlichsten Dinge. Es sah aus
wie eine Bibliothek, nur anstelle der Bücher waren eben Sammelstücke darin.

Sie konnte bunte Federn von tropischen
Vögeln sehen, einen Mistelzweig, Kieselsteine, eine wunderschöne Birne, ein
kleiner bunter Ball, zwei Edelsteine welche sicher vom Mond waren und allerlei
so kleine Dinge, die Xenos von der Erde
oder von anderen Planeten mit genommen hatte, um sie ansehen zu können. Es
waren lauter bunte, farbige Dinge.

Plötzlich verstand Tante Monika auch,
warum Xenos all diese Dinge besitzen wollte. Wohin man in seinem Reich blickte
war alles nur weiß und aus Eis.

Ja, und da waren auch die Eiswürfel mit
den Mondblumen. Es waren alle sechs Mondblumen da, je eine von jedem der fünf
Erdteil auf dem Planet Erde und eine
zusätzlich, die war sicher vom Mond.

„Oh, da sind ja die Mondblumen!“ Rief
Tante Monika und eilte auf das rechte Regal zu.

Doch Xenos stellte sich davor und breitete
die Arme aus.

„Sie gehören jetzt mir!“ Sagte er fast
trotzig.

„Nein, sie gehören den Menschen, aber eine
darfst du behalten. Ich werde mit dem Mann im Mond sprechen, er bekommt eine
andere. Die anderen fünf sind für uns Menschen, je eine für jeden Erdteil: Europa, Afrika, Asien Amerika
und Australien.“

Xenos legte seinen mächtigen Kopf schief
und schien nachzudenken.

„Na gut, wenn ich eine behalten darf? Und
wo sind jetzt die versprochenen rosa Blüten und die Eisblumen?“

„Hier, sind die rosa Blumen.“ Tante Monika
hielt die Hand hoch und zeigte ihm die gefaltete Blüte, „und sie bleibt so wie
sie ist, du braucht sie nicht in einen Eiswürfel stecken, sie kann nicht kaputt
gehen!"

Sie setzte sich auf einen der aus Eis
gehauenen Stühle, griff in ihren geheimnisvollen Korb und zauberte noch ein
paar Tüchlein heraus und machte für Xenos einen ganzen Strauß von diesen Stoffblumen.

Einer der kleinen Männchen brachte eine
weiße Vase aus Eiskristallen und sie arrangierte die Stoffblumen darin.

„Und wo sind die Eisblumen?“ Er hatte es
nicht vergessen.

„Sag, wieso hast du denn keine Fenster in
deinem Arbeitsraum?“

„Wir haben keine Fenster, die Wände sind
aus Eis und da kommt ja genug Licht hindurch, wir brauchen das nicht. Außerdem
wird es sonst zu kalt.“

„Wenn du ein Fenster machen lässt, dann
zeige ich dir die Eisblumen.“

Xenon deutete auf einen der kleinen weißen
Männchen und der lief eiligst davon und brachte einen etwas größeren, ebenfalls
ganz in weiß gekleideten Mann mit, der sofort begann mit einer Säge aus dem Eis
eine Öffnung zu schneiden und ein Fenster einzusetzen. Es war eigentlich kein
richtiges Fenster, sondern es war ein Bullauge, wie es Xenos auf seinen
Schiffen hatte, mit denen er durch das Meer fuhr und fischte.

Dann ging Tante Monika hin zu dem Bullauge
und hauchte eine Weile auf das Glas.

Plötzlich begannen sich auf der Scheibe
Kristalle zu bilden, sie wuchsen zu Blüten und Blättern und es waren die
schönsten Eisblumen zu sehen.

Xenos lief hin und klatschte in seine
Hände.

„Ach, Tante Monika, wie schön sind diese
Blüten. Aber wenn du weggehst, bleiben die dann auch?“

„Ja sicher. Alleine durch deinen Atem in
diesem Raum werden sie immer wieder neu und in den wunderbarsten Formen
entstehen!“

„Ich werde den Befehl geben, dass alle auf
unserem Planeten solche Fenster einbauen sollen und dann gibt es Blumen in
jedem Haus!"

Dann ging er hin zu dem Regal, wo die
Mondblumen standen und überreichte Tante Monika fünf der sechs Eiswürfel.

„Eine darf ich behalten, hast du mir
versprochen!“

„Ja, habe ich. Aber ich kann sie nicht so
tragen, ich brauche eine Kühlbox, damit das Eis nicht schmilzt, bevor wir
wieder auf der Erde sind.“

Nun verabschiedete sie sich von Xenox und
nahm sich vor, allen zu erzählen, dass Xenox eigentlich ein sehr lieber Mann
war, mit Sehnsucht nach Farbe und schönen Dingen.

Xenox gab den Befehl sofort an seine
Leibgarde, den kleinen weiß gekleideten
Männchen dies zu erledigen und als Tante Monika wieder in den Schlitten
stieg, stellten sie die Kühlbox zu ihren Füßen hin.

Mit großer Erleichterung wurde Tante
Monika dann an Bord des Raumschiffes empfangen und bestürmt, ihre Erlebnisse
mit Xenox zu schildern.

„Jaja, ich erzähle euch sofort alles, aber
vorher brauche ich einen heißen Kakao, ich bin total durchgefroren. Es ist ja
wahnsinnig kalt auf Pagomenia!“

Dann erzählte sie Tim und Tom, Sternchen
und den Kindern alles von Xenon und als dieser diesmal wieder aus Freude über
die Eisblumen an seinem Fenster sehr laut lachte, stimmten sie ein und waren
gar nicht mehr erschrocken.

***************

„Also, Lisa, du lässt ja das Buch über die
Mondblumen gar nicht aus der Hand! Ist es denn so interessant?“

Sternchen stand schon an der Treppe, sie musste
wieder runter gehen, Kunden warteten auf sie.

„Oh, ja, ich...“ Lisa stammelte herum und wusste nun nicht,
hatte sie das alles nur geträumt, oder hatte sie das wirklich erlebt?

„Kinder kommt nun endlich, wir haben ja
ein Buch gefunden und außerdem ist mir kalt, ich brauche einen Kakao, ihr doch
auch?“

Lisa sah, wie Tante Monika ihr zuzwinkerte
und nahm ihre Hand um die Treppe ebenfalls runter zugehen, sie war eiskalt.


Benutzeranmeldung

Umfrage

Erotisches und Spannung ab 18?:

Newsletter

Lasse dich über neue Geschichten informieren

Inhalt abgleichen

Suchen