Die beiden Sternenwanderer, Tim und Tom
waren wieder auf einer Fahrt von einer Galaxis in die Andere.
Sie mussten wieder Sternenstaub für die
Traumfabrik auf Osiris liefern, dann
Bücher nach Herklon für die Bibliothek liefern. Oder Pakete von einer Galaxy in
die andere mitnehmen.
Doch auf dieser Fahrt gab es eine kleine
Abwechslung. Sie werden Zwischenstation beim Mann im Mond machen.
Es ist immer lustig bei ihm. Besonders,
wenn Vollmond ist und er genug Platz hat. Dann lädt er immer auch Frau Luna
ein, sie essen dann zusammen im wunderschönen Garten, gleich im
Schatten des Plato-Kraters, der keinen
sehr hohen Wall hat. Die Sonne breitet ihr Licht darüber und beleuchtet eine
große Anzahl von Kindern die von den
anderen Galaxien und Sternenhaufen
gekommen ist. Die Kinder werden vom Mann im Mond immer eingeladen, um ein paar schöne Tage am
Mond verbringen zu können.
Da stehen ihnen dann Schaukeln und
Ringelspiele zur Verfügung, sie dürfen mit dem Mondmobil fahren und auf den
Felsen herum klettern. Dann fühlt sich der Mann im Mond wieder jung.
Sie werden nur ängstlich, wenn die
Mondfähren, oder Wettersatelliten zu
nahe am Mond vorüber fliegen.
Wenn der Mond dann im Abnehmen ist, zieht
sich der Mann im Mond auf die Rückseite des Mondes zurück. Er überquert die
Grenze von Licht und Schatten, Terminator, genannt und zieht sich auf die
Rückseite zurück. Dort war noch nie
jemand anderer, dort ist es sehr geheimnisvoll. Es blinken viele Edelsteine
zwischen den Steinen hervor und es gibt Flüsse aus silbernem Wasser und
Wasserfälle. Dort sind auch Träume versteckt und warten nur darauf, eines Tages
entdeckt zu werden. Die Gedanken von Menschen, die sich lieben werden dort aufgehoben
und manchmal machen die Sternschnuppen dort auch Rast.
Gerade eben schwenken Tim und Tom in die
Umlaufbahn zum Mond ein und landen in einem kleinen Krater, der dafür bestimmt
war.
Der Mann im Mond hat schon auf die beiden
Sternenwanderer gewartet. Er möchte ihnen Post mitgeben für die Erde. Es ist
ein nicht sehr großes Paket, sorgfältig mit Mondpapier umwickelt und verschnürt mit silbernen Mondstrahlen.
„Was ist denn da drinnen?“ Tim, oder war
es Tom, schauen neugierig.
„Das sind Edelsteine von der Rückseite des
Mondes. Dort gibt es solche Steine in Hülle und Fülle und ich will welche an
eine liebe Freundin schicken, an die indische Prinzessin Chiara, vom Planeten
Erde. Sie war vor zwei Jahren hier, als wir gerade Neumond hatten und man auf der
Rückseite des Mondes Eis laufen konnte. Ich habe ihr Steine für ihr Diadem
versprochen. Ich kann ja den Mond nicht verlassen, ich muss ja für immer da
bleiben.“
Er seufzte tief und schaute ganz traurig.
„Ja, nehmen wir mit. Sie wird sich sicher
freuen und vielleicht kommt sie dich ja wieder einmal besuchen? “ Tim und Tom
hofften es sehr, schon um die Traurigkeit des Mannes im Mond zu vertreiben.
„Ach, das wäre schön!“
„Aber sag, wir dachten, es darf niemand
außer dir auf die Rückseite des Mondes?“
„Naja, ich habe bei Prinzessin Chiara eine
Ausnahme gemacht! Ich liebe sie doch und habe gehofft, wenn sie die Rückseite
sieht, dann bleibt sie vielleicht da! Aber ihr dürft es niemand sagen!“
„Nein, nein, wir sagen es niemand“,
versicherten die Beiden.
Er ließ ganz traurig den Kopf hängen und
Tim und Tom spürten seine Melancholie.
Tim und Tom mussten wieder weiter fliegen.
Sie starteten und flogen weg, nicht ohne dem Mann im Mond zuzuwinken.
Der Mann im Mond blieb traurig zurück und
blickte voller Sehnsucht auf die Erde hinab. Immer, wenn er an die Prinzessin dachte, rollten zwei kleine Tränen über seine Wangen
und blieben im Staub des Mondes liegen.
Sie verwandelten sich in silberne Perlen.
Er sammelte sie immer ein und hob sie in
einer Vase auf. Immer, wenn dann die Vase voll ist, geht er bis zum Rand des
Mondes. Blickt auf die Erde hinab und lässt die silbernen Perlen hinab gleiten.
Sie sind Grüße an die Menschen, insbesondere an die Prinzessin Chiara.
Sie fielen hinab ins Meer und wenn man in
Vollmondnächten hinaus aufs Meer schaute, dann glitzernden die Perlen in den
Schaumkronen der Wellen wie silberne Tropfen und alle Menschen konnten sie
sehen.
Zuerst mussten Tim und Tom zu den anderen
Galaxien fliegen, raus aus der Milchstraße und quer durch den Weltraum um die
anderen Dinge abzuliefern und anderes wieder einzukaufen.
„Wo ist denn Omega?“
Der Hund war nirgends zu sehen. Das war
schon einmal sehr verdächtig. Denn wenn er so ruhig ist, dann stellte er
gewöhnlich irgendetwas an.
Tom fand ihn im hintersten Winkel des
Raumschiffes. Er hatte einige kugelförmige Steine vom Mond mitgenommen und versuchte sie aufzubeißen.
Er war überzeugt, dass man sie fressen kann.
„Omega, schau welchen Mist du da machst!
Die Steine kann man nicht aufbeißen, du wirst deine Zähne kaputt machen!“
Er nahm ihm die Steine weg und ignorierte
das Fauchen des lieben Kerls, das eigentlich nur komisch wirkte. Manchmal
glaubt Omega, dass er ein Löwe ist.
Nachdem sie dann ihre Tour erledigt
hatten, den Sternenstaub in der
Traumfabrik auf Osiris abgeliefert hatten und die Bücher an Herklon geliefert
hatten, mussten nur mehr kleine Besuche gemacht werden, um verschiedene
Aufträge zu erfüllen.
Nun hatten sie nur mehr die Aufgabe bei
der indischen Prinzessin Chiara die Edelsteine
vom Mann im Mond abzuliefern.
Das war aber gar nicht so einfach, denn
sie konnten nicht so ohne weiters auf der Erde landen, ohne aufzufallen. Sie
waren ja nur Romanfiguren, in der Fantasiewelt gefangen
„Tante Monika fuß her!“ Sagten beide
gleichzeitig.
Omega spitzte die Ohren und bellte
begeistert. Er liebte Tante Monika, sie konnte mit ihm sprechen, verstand auch
was er sagte. Das konnten Tim und Tom nicht
Sofort kam er aus seinem Winkel hervor und
verteile die verbliebenen Krümel
der Steine auf den ganzen
Teppich.
„Öffne doch einmal das Weltentor und
schaue, wo Tante Monika ist.“ Sagte Tim zu Tom
Tom drückte den großen grünen Hebel hinauf
und rief:
„Tante Monika, hörst du uns?“
„Oh, was ist denn schon wieder los? Ich
bin gerade dabei einen Sessel in der Küche anzustreichen, ich habe gar keine
Zeit!“
Lisa und Klaus kamen gelaufen. Sie hatten
die Stimme von Tom gehört und hofften wieder auf ein Weltraumabenteuer mit
Tante Monika, Tim und Tom und natürlich
auch Omega!
„Tante Monika komm, Tim und Tom brauchen
uns!“
Sie nahmen Tante Monika den Pinsel aus der
Hand und zerrten sie zu dem offenen
Weltentor.
Sie nahmen sie in die Mitte und gemeinsam
gelang der Sprung in die Welt von Tim
und Tom.
Wie immer, wenn sie das Weltentor
passierten, änderte sich ihre Kleidung. Sie erstrahlten sofort in silbernen
Anzügen, wie sie eben im Weltraum getragen werden.
Omega war begeistert, er sprang an Tante
Monika in die Höhe und hieß ganz begeistert willkommen.
„Jaja, Omega, beruhige dich doch. Wir
können ja gar nicht sprechen, so laut bist du!“
Und zu Tim und Tom gewandt:
„Also, da sind wir nun, was können wir
denn für euch tun?“
„Der Mann im Mond will der indischen
Prinzessin Chiara Edelsteine schenken. Sie soll sie dann in ihr Diadem einarbeiten und sich daran erinnern, dass der
Mann im Mond ganz traurig ist, dass sie schon zwei Jahre nicht mehr auf Besuch
kam.“
„Ohja, ich kenne den Vater der Prinzessin.
Es ist der Fürst von einem kleinen Land am Himalaya. Ich sollte ihn sowieso
wieder einmal besuchen. Ich werde die Juwelen dann für die Prinzessin abgeben.“
„Was, du kennst einen Fürsten am
Himalaya!“ Lisa und Klaus waren fassungslos.
„Ja, wir haben einige Abenteuer
miteinander bestanden, aber das erzähle ich euch ein anderes Mal!“
„Sag, was hast du denn da im Gesicht,
Tante Monika?“ Fragte Omega der Hund.
„Das ist weiße Farbe, ich habe gerade
einen Sessel gestrichen, als ihr mich gerufen habt.“
Omega sprang in die Luft und machte eine
Rolle und landete wieder auf allen vier Pfoten. Er wiederholte das einige Male.
„Tante Monika streicht Sessel, Tante
Monika streicht Sessel!“ Bellte er.
Tim und Tom können sich gar nicht daran
gewöhnen, zu verstehen, was Omega so bellt. Das gelingt nur, wenn Tante Monika
anwesend war.
„Ruhig jetzt, Omega! Also, Tante Monika,
wir werden nun Kurs auf Indien nehmen und dich dort absetzen. Wenn du die
Juwelen übergeben hast, dann rufe nach uns und wir nehmen dich wieder auf. Wir
geben dir hier eine große Brosche mit einem grünen Stein. Er ist wie eine
Kamera, wir können dann alles sehen und hören, was sich abspielt.“
Tim machte die Brosche an Tante Monikas
Anzug an und geht zum Armaturenbrett um
den grünen Hebel für das Weltentor zu öffnen.
„Warte noch einen Moment, da taucht schon
der Himalaya auf.“
Sie machen einen Bogen mit dem
Weltraumschiff und fliegen das Gebirge vom Süden an.
„Jetzt!“ Ruft Tom und Tim drücken den
grünen Hebel hinauf und das Weltentor tut sich auf und Tante Monika springt
schnell hinein.
Wie von Geisterhand hingestellt, erscheint
sie mitten im Thronsaal des Schlosses am Himalaya.
„Tante Monika, ja wo kommst du denn her?“
Der Fürst war aufgesprungen und schaut neugierig herum. Wie war es möglich,
dass Tante Monika so plötzlich mitten im Raum stand? Er verstand die Welt nicht
mehr.
Tante Monika macht eine tiefe Verbeugung.
„Majestät, ich begrüße sie!“
„Ach, Lass doch diese Formalitäten, komm
in meine Arme!“
Er öffnet seine Arme weit und umarmt Tante
Monika herzlich.
„Es sind so viele Jahre her, wie geht es
dir?“
Er führt sie zu einer Sitzgruppe, gleich
neben dem großen Fenster, von wo er sein Reich gut überblicken kann.
Tim und Tom haben den Luftraum über dem
kleinen Fürstentum verlassen, doch können sie alles am Bildschirm genau
beobachten. Auch Lisa und Klaus verfolgen gespannt, was sich nun abspielt. Lisa
hat Omega am Schoß und krault sein Fell.
Nun unterhalten sich die beiden am
Fürstenhof und scherzen und lachen laut.
„Sage, Tante Monika, was führt dich denn
zu mir?“
„Ich habe ein Geschenk für deine Tochter,
der Prinzessin Chiara.“
„Oh, und von wem ist dieses Geschenk?“
„Es ist vom Mann im Mond, er schickt es
der Prinzessin für ihr Diadem.“
Der Fürst greift nach der Tischglocke und
befiehlt dem eintretenden Diener, Prinzessin Chiara herein zu bitten.
Nun betritt die Prinzessin den Saal. Sie
ist wunderschön gekleidet, mit einem weit hinter ihr schwingenden blauem
Seidenkleid, ihre langen schwarzen Haare sind zu einem dicken Zopf gebunden und
reichen fast bis zu dem Saum am Kleid.
„Komm her mein Kind, meine liebe Freundin
Tante Monika hat dir ein Geschenk vom Mann im Mond gebracht. Hier nimm es und
mache es selbst auf!“
Sie nimmt mit einem kleinen Knicks das
Geschenk aus Tante Monikas Hand und öffnet das Paket mit zitternder Hand.
Als sie es geöffnet hat, entweicht aus dem
Paket ein wunderbarer Schein, der dem ganzen Raum in strahlend blaues Licht
taucht und ein Funkeln und Strahlen irrt im Raum herum.
„Oh, sie sind wunderschön, ich bin ja
direkt geblendet von ihrem Licht!“ Jubelt die Prinzessin.
Selbst der Fürst und auch Tante Monika
sind überwältigt von diesem Strahlen, das sich ringsherum ausbreitet.
„Ach, wie soll ich mich bedanken? Wie kann
ich meine Dankbarkeit beweisen?“ Chiara schaut ganz ratlos.
„Prinzessin, du kannst dem Mann im Mond
die größte Freude machen, wenn du wieder einmal auf Besuch zu ihm kommst. Das
ist alles, war er sich wünscht!“
„Ohja, sagen sie ihm, ich werde bald
wieder kommen, es war ja wunderschön bei ihm!“
„Das ist alles, was er sich wünschen kann,
Prinzessin. Wenn du nachts auf den Mond blickst, sei sicher, dass der Mann im
Mond dir Mondlicht mit silbernen Perlen über das Meer schickt!“
Tante Monika verabschiedet sich nun wieder
vom Fürsten und auch von der Prinzessin und ruft nach dem Weltentor, das sich
sofort auftut. Mit einem raschen Schritt durch das gleißende Licht des Weltentors
ist sie wieder im Raumschiff zurück.
Alle begrüßen sie überschwänglich, Omega
springt an ihr hoch und Tante Monika streicht sich die Haare zurück.
„Oh, ist das alles anstrengend. War aber
wunderbar, wieder einmal meinen Alten Freund, den Fürsten getroffen zu haben.“
„Tante Monika, du warst wunderbar, danke
vielmals! Wir werden euch nun wieder zurückfliegen und dann beim Mann im Mond
vorbei fliegen und ihm die Botschaft der Prinzessin überbringen!“
„Ja, bitte, denn es ist höchste Zeit, dass
ich wieder in mein Haus komme, ich fuß noch den Sessel fertig streichen!"
Sie verabschieden sich von Tim und Tom,
streicheln noch einmal Omega und dann schreiten sie durch das gleißende
Licht des Weltentores.
Klaus hat es besonders eilig, stolpert über den Farbtopf und die weiße
Farbe ergießt sich über den Fußboden.
Tante Monika erschrickt und zieht ihn bei
den Ohren.
„Sag, du fliegst ins Weltall aber in
meiner Küche aufpassen kannst du nicht!“
Dann lachen sie alle drei.